Kapitel 1

RITROVATO

Inmitten von Geschenkpapier-Fetzen und roten Schleifen lag das schwarze Fotoalbum. Anna sass erschöpft daneben. Sie konnte nicht anders, als das Ding, das da auf dem Spannteppich lag, anzustarren. Zu müde, den Blick abzuwenden. Den ganzen Abend hatte sie es gewälzt, ihr Zeigefinger war über die Schwarz-Weiss-Bilder geglitten. «Sag was!», hatte sie der Grossmutter auf Seite zehn befohlen, und dann zum Grossvater, der hinter der Grossmutter stand: «Sag du was!» Anna roch an ihrem Finger. Farbe? Sie leckte den Finger ab. Salz. Und etwas Klebriges. Vielleicht Konfitüre.

42 Blätter. Hinten und vorne beklebt. 84 Seiten voller Weissleim, der durchsichtig wird, wenn er trocknet. Ab und zu eine Legende. Anna dachte daran, wie oft ihre Finger voller schmutziger Leimkrümel gewesen waren, als sie der Mutter half, das grosse Familienalbum zu richten. Die missratenen Fotos lagen derweil lose in einer Omo-Schachtel unter der Treppe. Anna hatte oft darin gewühlt und eine eigene Memory-Ordnung erfunden. Jetzt hörte sie die Worte der Mutter: «Die Fotos sind nicht für dich. Leg sie zurück! Du kannst später eigene Fotos machen, die daneben gehen.» Sie hörte das Lachen der Mutter. Zu diesem Lachen hatte Anna damals eine kurze Schürze getragen, kariert, mit gestreuten Herzen. Die schönste Schürze des ganzen Kindergartens war das gewesen.

Die Mutter war Anna bereits auf Seite zwei entgegengekommen. Lange vor den Grosseltern. Sie hing an Vaters Arm. Ein weisser Schleier steckte im schwarzen Haar. Ihr scheues Lächeln, als sie noch keine Mutter war, sondern ein Kind: Seite fünf. Weiter hinten die geliebten Stöckelschuhe, kecke Hüften. Die Mutter als junge Frau.

Sie musste all die Fotos, die Anna jetzt in den Händen hielt, aus dem grossen Familienalbum – das einzige Buch in ihrer ersten Wohnung – abgelöst haben. Um für Anna auf den heutigen Tag ein neues Album anzulegen. Was wollte die Mutter ihr damit sagen?

Anna gefiel die Vorstellung, wie die Mutter die Bilder frisch anordnete. Dieser Aufwand: allein für die Tochter. 168 Stück, zwei pro Seite. Zentriert. Die Muttermaschine schlampte nie. Anna sah sie vor sich, diese Mutter, sie sah, wie die Mutter sortierte und überlegte, wie sie klebte und schrieb und wartete und rauchte. Anna sah den Mond, der in die Stube der Mutter schaute. Die Nachbarin schlief. Die Nachbarin schlief durch. Wegen der Medikamente. Die Mutter kannte die Namen der Medikamente, sie wusste alles über die Nachbarin.

Die Mutter weinte, wenn Vollmond war. Sie hatte kein gutes Verhältnis zu ihm.

Ab Seite zwölf kamen Fotos, die Anna zeigten. Als Wickelkind. Am Zaun der Nachbarin. Die war so dünn. Den kleinen Bruder entdeckte Anna später. In der Mitte des Buches. Dort sass er wohl schon lange. Wie eine Kröte. Schon bevor sein Foto da gewesen war, sass er in der Mitte. Anna sass immer am Rand, sogar im eigenen Körper.

Die Fotos sprachen eine Sprache, die sie verstand, aber nicht übersetzen konnte.

Text: Romana Ganzoni
Illustration: Rolf Bienentreu

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Romana Ganzoni (*1967) ist Autorin. Sie lebt in Celerina und schreibt Romane, Erzählungen, Gedichte, Kolumnen, Essays, Radiobeiträge. In diesem Jahr wird ihr erstes romanisches Buch mit 32 Gedichten und Kurzprosa erscheinen (Chasa Paterna), ein deutschsprachiger Jugendroman (Titel noch geheim, Thema: Mut machen) sowie ein wilder Schulhausroman („Capricorns e cocaìn“ – aus der Realschule Zernez).

Foto: Anna Positanoll

ROMANA GANZONI

romanaganzoni.ch

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KAPITEL 2

RITROVATO - GROSSMUTTERS SCHWEIGEN KOMMT AUS ITALIEN

Von der Kröte wurde Anna schlecht. Vom Rand in ihr selbst wurde Anna auch schlecht. Denn verlagerte sie sich auf ihren Rand, geriet sie aus dem Gleichgewicht. Mit der Kröte verhielt es sich anders. Ganz anders. Es war wegen ihrer fehlenden Qualitäten.

Anna nahm einen Schluck Wasser, schlug noch einmal die Seite mit der Grossmutter auf und sagte zu ihr: «So red doch!» Sie blätterte zur Mutter und streichelte sie. «Du auch! Grade du. Wir hatten es doch gut. Meistens. Manchmal wenigstens, das musst du zugeben. Vor allem dann, wenn der Mond nicht voll war.»

Der Mond war in der Mutter länger voll als am Himmel. Dann redete sie in der Sprache, die Anna verstand, aber nicht übersetzen konnte. Anna war dann so still wie bei Onkel Edo, wenn er Migräne hatte. So konnte sie mitreden.

Anna löste die Mutter vorsichtig heraus. Sie schüttelte sie. Vielleicht verliess sie dann der Mond. Die, die sie gut kannten, konnten ihn sehen, wie er aus ihren Augen schaute; schon damals, als die Hüften schmal waren und keck.

Sie löste die Grossmutter heraus. Mit der Grossmutter kam auch der Grossvater mit. Er, der zu Lebzeiten nicht viel sprach, aber alles sagte, während Grossmutter viel sprach und das Meiste verschwieg. Sie stellte die Grossmutter auf den Kopf und kicherte. Das hätte sie gern gemacht als Kind: die Grossmutter ein bisschen auf den Kopf gestellt, damit sie etwas aus den Fugen geraten konnte. «Du warst zwanghaft. Weisst du das?» Als Erwachsene hatte sie ihrer Mutter davon erzählt. Sie lachte. «Das Einzige, was bei deiner Grossmutter auf dem Kopf stand, waren frisch gekochte Konfitüren. Und das auch nur kurz.»

Sie klaubte den kleinen Bruder aus der Mitte des Albums und fächelte sich mit ihm Luft zu.

Diese Schläfrigkeit – Bei ihrer Mutter zu Hause wäre sie jetzt ins flaschengrüne Sofa gesunken. Dort hatte ihr Kopf gelegen, der der Grossmutter, der ihrer Mutter, der von Onkel Edo mitsamt seiner Migräne, mit der er die Sterne sehen konnte. Onkel Edo musste deshalb viel trinken. Alkohol tat ihm am besten. Er wirkte wie ein Medikament. So erklärte er die Flasche unter dem Sofa, als Anna in der karierten Schürze mit den gestreuten Herzen vor ihm gestanden hatte. Annas Mutter schüttelte tags drauf den Kopf, als sie von ihm sprach. Anna war baff gewesen. Ihre Mutter, dieses Wundertier, kannte nicht nur die Namen der Medikamente ihrer Nachbarin, sondern auch die von Onkel Edo.

Klebrige Fingerkuppe, süsse. Sie hatte sie sich in den Mund gesteckt. Brombeer? Es musste Brombeerkonfitüre sein, die an ihrem Finger klebte. Sommertage, Sommerwochen, ganze Sommer stiegen in ihr auf. Sie wischte sie ins Taschentuch, und den kleinen Bruder klebte sie verkehrt ins Album zurück. Sollte er sich doch am festen Karton die Nase plattdrücken. «Du kannst es dir nicht aussuchen. Für einmal nicht.» 

Grossmutters Schweigen kam aus Italien. «Es kommt vom Nichts-Haben. Im Krieg. Und danach: vom Nichts-Sein. Hier», erklärte ihr die Mutter. Grossmutters Schweigen hatte lange Arme. Mühelos zerbrach es das Küchenlachen der Mutter, und sie hatte ein gutes Verhältnis zu ihrem Lachen, ganz anders als zum Mond.

Anna machte in sich drin ohne zu fragen Platz für das Schweigen, sass am Rand, hielt den Atem an und lauschte. Es war, als würde sie an einen fremden Ort gebracht und auf der Fahrt dahin würden ihr die Augen verbunden. Jedes Mal.

Mitten am Tag konnte das passieren: beim Einkochen der Konfitüren, beim Ausstechen der Birnen für Kompott. Das Lachen der Mutter hatte einer Stille Platz gemacht, die den Himmel leersaugte. Denn was durchs Fenster ins Freie brodelte, war ein Seufzer der Mutter, als hätte man ihn ihr aus dem lebendigem Fleisch gestochen wie eben noch den Butzen aus der Birne. Dann war Anna noch stiller als bei Onkel Edo.

Wenn es vorüber war, schien die Sonne, auch wenn es wie aus Kübeln schüttete oder es Nacht war; tiefe, schwarze Nacht.

Anna kratzte etwas Leim vom Foto ihrer Grossmutter, als schemenhaft eine andere Gestalt zum Vorschein kam, fein gezeichnet, weit hinten im Bild, hinter dem verkrüppelten Apfelbaum, der damals Blüten trug und sicher noch Äpfel.

Text: Monica Cantieni
Illustration: Rolf Bienentreu

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Die Schriftstellerin Monica Cantieni, (*1965), lebt in Wettingen und Bern, Schweiz. Sie veröffentlicht Romane und Kurzgeschichten.

Ihr letzter Roman „Grünschnabel“, erschienen bei Schöffling & Co, Frankfurt a. M. wurde 2011 für den Schweizer Buchpreis nominiert und 2015 in seiner englischen Übersetzung bei Seagull Books Kolkata-London-Chicago für der First Book Award am Edinburgh International Bookfestival. Der Roman ist insgesamt in sechs Sprachen übersetzt. Für ihre Kurzgeschichten, veröffentlicht in Zeitschriften und Anthologien, erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen. Zudem hilft ihr ALPHABET LAB Schulen digital gerne nachhaltig auf die Sprünge und verführt SchülerInnen in Form von Projekten und Modulen klassenweise zum Schreiben von Romanen und Hörstücken. 

Foto: FRESHPIXEL, Manuel Fischer

MONICA CANTIENI

monica-cantieni.net

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KAPITEL 3

RITROVATO - ANNA HÖRT DAS RAUSCHEN

Blinzeln. Sekunden dehnten sich mit jedem Wimpernschlag zu Minuten, zu Stunden, ein tonloses Einatmen warf Anna schliesslich um Jahre zurück, zurück zwischen die Seiten des Albums, zwischen die Fotos, die dort eingeklebt waren. Mitten hinein in die weissen Flecken, in ein unfotografiertes Leben, als der Mond in der Mutter länger voll war als am Himmel und ihr Lachen zerbrach, als der Apfelbaum noch Blüten trug und der Duft von verbranntem Apfelkuchen sich im ganzen Haus breitmachte. Als man Fotos schoss, die in Alben geklebt wurden, die gelungenen, die missratenen steckte man in die Omo-Schachtel unter der Treppe. Aus den Augen, aus dem Leben.

Mutter mochte einfache Lösungen.

Und plötzlich waren da ihre Stimmen, von fern erst, ein Wispern bloss, dann immer lauter, so nah, als stünden sie im Nebenzimmer. Streitereien hinter verschlossener Schlafzimmertür, Anna mit dem Kopf unter dem Kissen, damit sie die Stimmen nicht hörte, nicht hörte, wie er schrie, Faust gegen Wand, sie bösartiger, giftiger mit jeder hingeschleuderten Beleidigung. Unter dem Kissen hielt sich Anna die Ohren zu und bekam doch alles mit, Mutters höhnisches Lachen, splitterndes Holz, der schrille Ton und ihr Schrei, und später der Bettrahmen, der hart gegen die Wand stiess, immer und immer wieder.

Mutter mochte einfache Lösungen, Vater kannte keine Probleme. Er lachte und rauchte, und wenn er getrunken hatte, lachte er lauter, rauchte, bis sein Gesicht sich in Wolken auflöste, gestreute Herzen wie auf Annas Schürze, gestreut im ganzen Dorf, durchs ganze Tal, wer wusste das schon, denn wer wusste, schwieg sowieso. Mutter flehte ihn an, weinte, fluchte, und Vater lachte und trank und rauchte, doch wenn der Mond zu voll war und der Obstler in ihm Blüten trieb: Glasscherben, ausgerissene Haare und Nasenbluten, Zähne auf dem Fenstersims.

Das fotografierte Leben, vergilbt auf den Aufnahmen, halb versteckt hinter Weissleim, es rutschte Anna aus den Fingern, den klebrigen, zitterigen, der abgekratzte Leim rollte sich auf ihrer Haut, ein Häutchen, eine Membran, unter der etwas anderes verborgen gewesen war, eine andere Wahrheit.

Ein neues Album, nur für Anna, hatte die Mutter gesagt, und die Fotos aus dem grossen Familienalbum gelöst. Eine neue Wahrheit nur für Anna, dachte Anna. 168 Fotos, ausgesucht von der Mutter, eingeklebt von der Mutter, ein Geschenk von der Mutter, ein kuratiertes Leben nur für Anna, ein Bilderreigen der Vergangenheit, puderzuckrig wie Mutters verbrannter Apfelkuchen. Allein dieser Aufwand, diese Mühe alles zu kleben, verkleben, bestäuben, verschleiern, damit keiner mehr sieht, was ist, was gewesen war.

Eine Wahrheit im Album, die andere unter der Treppe. Und doch – Fehler passieren, eine kleine Unachtsamkeit, versteckt unter Weissleim, und schon setzt sich diese andere Wahrheit fest wie ein Parasit, schummelt sich in das kuratierte Leben hinein, wo sie eben nicht sein sollte, nicht sein dürfte, denn wenn sie in der Omo-Schachtel steckt, dann existiert sie nicht. Mutter mochte einfache Lösungen.

Anna starrte auf die schemenhafte Gestalt hinter dem Apfelbaum, strich mit dem Finger über die Aufnahme und versuchte zu erkennen, was sie längst ahnte, so lange, bis ihre Gedanken keinen Fluchtweg mehr fanden.

Dann setzte sie sich auf den Rand in ihr drin, an Gleichgewicht war nicht zu denken, vielleicht nie mehr, und schaute hinab, in sich hinein, zu dem Ort, wo sie alle Wahrheiten aufbewahrte. Die aus dem Album und diejenigen aus der Omo-Schachtel. Und aus der Tiefe, aus der dunkelsten Ecke ihrer selbst, hörte sie das Wasser rauschen.

Text: Sunil Mann
Illustration: Rolf Bienentreu

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Sunil Mann wurde als Sohn indischer Einwanderer im Berner Oberland geboren und lebte fünfundzwanzig Jahre in Zürich, bevor er im Herbst 2016 nach Aarau umzog. Er hat Psychologie und Germanistik studiert, beide Studiengänge wurden erfolgreich abgebrochen. Nach dem Abschluss der Hotelfachschule heuerte er als Flugbegleiter bei der nationalen Airline an, wo er noch heute als Aushilfe arbeitet.

Für sein Romandebüt „Fangschuss“ wurde er 2011 mit dem Zürcher Krimipreis ausgezeichnet. Mit „Gossenblues“ erschien im Spätsommer 2017 der siebte Fall um den indischstämmigen Privatdetektiv Vijay Kumar. 2016 wurde „Immer dieser Gabriel“ veröffentlicht, das erste von drei Kinderbüchern mit dem frechen Schutzengel Gabriel. 2019 erschien „Totsch“, ein Jugendroman, im Da Bux Verlag, 2020 „Der Schwur“, ein Kriminalroman, der von Migration und Rechtspopulismus handelt.

„Schattenschnitt“ war sowohl für den Zürcher Krimipreis 2017 als auch für den Friedrich-Glauser-Preis nominiert, das Kinderbuchdebüt „Immer dieser Gabriel“ wurde mit einem Anerkennungspreis der Fachstelle Kultur des Kantons Zürich sowie dem Bad Iburger Kinderliteraturpreis ausgezeichnet. „Totsch“ ist 2020 für den ersten Schweizer Kinder- und Jugendbuchpreis nominiert.

Foto: Eke Miedaner

SUNIL MANN

sunilmann.ch

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KAPITEL 4

KOMM HER, ZU MIR

Je schmaler der Trampelpfad wurde, umso stärker schwoll das Rauschen an. Rundgeschliffene Felsen ragten aus dem smaragdgrünen Wasser. Anna würde sich zu ihnen legen. Mit den Fingern über ihre sandige Oberfläche fahren, als könnte sie so ihre raue Kraft speichern. Doch im nächsten Augenblick tat sich vor ihr ein Abgrund auf. Tosend fiel das Wasser in die Tiefe. Ihr schwindelte. Sie wollte schreien. Laut schreien. Doch es ging nicht. Nicht einmal ein leises Krächzen drang aus ihrer Kehle. 

Anna war mit einem Schlag wach. Ihr Herz galoppierte den Gedanken davon, die noch im Traum fest hingen und nur langsam zurück in ihre Gestalt fanden. Staubkörner schwebten im Schein der Sonnenstrahlen, die durch das grosse Fenster auf das vertraute Riemenparkett fielen. Als sich Anna mit vor Schmerz verzogener Miene aufrichtete, glitt das aufgeschlagene Fotoalbum vom flaschengrünen Sofa. Dabei raschelte das Pergamentpapier, das die Seiten voneinander trennte. Die verschiedenen Geschichten, die sich mit jeder frischen Schicht Weissleim aufeinander gelegt hatten. Immer wieder neu geordnet und zusammengesetzt. Stück für Stück war das Leben entstanden, wie es die Mutter haben wollte. Perfekt geformt, wie die Ringe, die sie beim Rauchen in der Luft tanzen liess. Anna fragte sich, ob sie das ebenso unermüdlich getan hätte, wenn sie um das späte Vergessen gewusst hätte. 

Das Wasser kam noch immer lauwarm aus der Leitung, aber Anna war zu müde, um in den oberen Stock ins Badezimmer zu laufen. Nachdem sie getrunken hatte, füllte sie das Glas ein zweites Mal. Sie war sofort aufgebrochen, als der Anruf aus dem Pflegeheim kam. Die Mutter hatte aufgehört zu essen. Ihr Körper tat es dem Geist gleich, der schon zuvor begonnen hatte, sich aufzulösen. Sie wurde leichter und leichter. Sterbefasten nannten sie das. Anna aber wusste: Die Mutter bevorzugte einfache Lösungen, selbst jetzt noch. In ihrer Handtasche vibrierte das Telefon. Natalia. Die schöne Natalia mit der Kuhle im Nacken, dem feinen Flaum der Anna in der Nase kitzelte. Natalia, die roch wie ein Tag am Strand, nach salziger Brise, reifen Pfirsichen und Sonne auf der Haut. Noch wussten sie nicht, wo es sie gemeinsam hinführen würde. Und doch tat sich da plötzlich ein kleiner Spalt auf. Eine Möglichkeit nur, die Anna sich kaum vorzustellen wagte. Sie wusste nicht, ob es ihr je gelingen würde, die Zähne auf der Fensterbank zu vergessen. Sie war sich auch nicht sicher, ob es gelingen würde, die Geschichten, deren Zeuge das Haus gewesen war und die in den Wänden, in den Böden und Türen hockten, zu überschreiben. Und doch war da dieses Bild. Wie sie die grosse Matratze auf die Wiese im Garten legten und ihre nackte Haut im Mondlicht badeten. Anna tippte so schnell, als hätte sie Angst, sie könnte es sich sonst anders überlegen. 

Komm her, schrieb sie. Komm her, zu mir.

Text: Seraina Kobler
Illustration: Rolf Bienentreu

SerainaKobler

Seraina Kobler, geboren 1982, ist Journalistin und Autorin. Nach dem Studium arbeitete sie als Redakteurin bei verschiedenen Tages- und Wochenzeitungen. Im Inland-Ressort der «Neuen Zürcher Zeitung» war sie für gesellschaftliche Fragen zuständig, bevor sie sich mit einem eigenen Schreibatelier in der Zürcher Altstadt selbstständig gemacht hat. Sie ist Mutter von vier Kindern. Im September diesen Jahres erscheint ihr erster Roman «Regenschatten».

SERAINA KOBLER

serainakobler.com

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KAPITEL 5

CHAVAR

Noch bevor Natalia kam, kam der Tod.

Er hatte das Gesicht einer Spitzhacke, einer grauen, von angetrockneter Gartenerde krümeligen Spitzhacke. Runzlig der Stil, der im Rüschenkragen des weiten Nachthemds verschwand. Asche zu Asche, dachte Anna, und trat von einem Bein auf das andere. Sie war gerade auf dem Weg zu einer dieser legendären Zürcher Frauenpartys gewesen, die nie legendär waren, aber die Hoffnung war es doch jedes Mal. Gerade hatte sie sich die schwarzen High Heels übergestreift, als der letzte Anruf aus der Klinik kam.

Nun taten ihr die Füsse weh, sie rieb den Spann des rechten Fusses an der linken Wade, sah auf die Spitzhacke und dachte: Wie kann man so lügen! Und warum sah sie das erst jetzt, am Totenbett! Sie kreiste mit den Zehen, massierte nun den Spann des linken Fusses am rechten Bein. Kippelte leicht, denn sie hatte Schwierigkeiten, das Gleichgewicht zu halten. Photographien aussortieren und in einem Omo-Waschmittel-Karton vor dem Erinnern entsorgen. Das war das eine. Familiengeschichte blieb Muttergeschichte. Matriarchalisch umschreibbar. Und ihr zum 50. Geburtstag dann ein neues Album aus den alten Bildern schenken. Eine von Mutters Vollmond-Taten. Aber eben! Bei alledem den Schein wahren: Das Haus, der Garten, der Gatte und der Heimkater. Die guten Kinder (der kleine Prinz und das grosse Aschenputtel, wunderbar leicht zu demütigen). Und Onkel Edo, ihr grauer Liebhaber, damit sie auch etwas hatte, manchmal, neben den ehelichen Prügeln. Edo, so diskret, eine winzige Figur auf einem ausblassenden Photo neben dem alten Apfelbaum. Als sei nichts. Und wenn er am Zaun vorbeigekommen war, hatte die Nachbarin dünnlippig gelächelt. (Ach Edo, du kamst an keiner Schürze vorbei.) 

Und Mutters verschwiegene Tablettensucht, die mit Onkel Edos Alkoholismus locker mithielt. Hastige Liebe – Knöpfe, Reissverschluss, Bisse – auf einem flaschengrünen Sofa. Aber Engagement in der Kirchengemeinde, im Chor, im Frauenverband, der für Soziales strickte, lindfarbene Babyschühchen aus Synthetik. Weil man am Material sparte. Sparen war gut. Nichtsparen war liederlich. Ein ehrbares Doppelleben! Das nach Betäubung schrie. Auch Schweigen kann eine Droge sein. 

Mutter, dachte Anna. Du hattest mich in den Fängen. Wie verwandt bin ich dir? Meine kleinen Fluchten! Zürcher Frauenpartys, ein wenig Sehnsucht nach Natalia. Heimlich, versteht sich. Und doch: Mann, Beruf, Kinder, solide Verhältnisse und mein schöner roter Herzkirschenmund, der alle in Grund und Boden lächelt: Üna branclada a tuots! Ün bütsch a tuot il muond! Wenn ich, dachte Anna, und nun hatte sie die High Heels ausgezogen und in die Hand genommen, schwarze High Heels aus Mailand, was, wenn ich ernst machen würde? Kann man sein Leben ändern, in der Mitte des Lebens. Mitte? sie musste lächeln, sie war 50 Jahre alt.

Auf einmal bekam sie Herzklopfen. Was musste sie verstehen, damit sie eine Zukunft haben könnte, in der sie nicht am Rand, am schönen Abgrund ihrer selbst stünde? 

Aufbrechen, dachte sie. Der Tot ist eine Spitzhacke. Da siehst du es! Chavar, graben. Mit der versierten Nachbarin sprechen, dieser Kräuterhexe (Rezepte hatte die!), mit Onkel Edo, dem Organisten, der in seinem Alter noch zu Orgelkursen nach Romainmôtier fuhr. Nach Geschichten fragen, aus Italien, Florenz, Genua, was weiss ich, aus dem Engadin. Und Prinz-Kröte, jetzt erfolgreicher Fondsmanager in London, Docklands, besuchen, ihn und seine hochbegabt-debilen Drillinge und sagen: So, Brüderlein! Erzähl mal. Von uns. Wie es war und wie es nie war. Oder trink mit mir, wenn es dir die Sprache verschlägt.

Vor allem aber: sich erinnern! Es braucht Mut, sich zu erinnern. Todesmut gegen die Scham, denn es kann sein, dass man eine andere wird. 

Sie nahm das Leintuch (es roch doch nicht nach Omo!) vom Totenbett in beide Hände, zog es ein wenig hinauf, über die Kragen-Rüschen und weiter, so hoch, dass es die Spitzhacke zudeckte.

Dann ging sie barfuss in einen blühenden Sommernachmittag hinaus.

Text: Angelika Overath
Illustration: Rolf Bienentreu

AngelikaOverath_Foto by Franziska Barta

Angelika Overath (*1957), Schriftstellerin, Reporterin, Literaturkritikerin und Dozentin für Kreatives Schreiben, lebt in Sent. Sie schreibt Geschwister-Gedichte in Vallader und Deutsch („Poesias dals prüms pleds/Gedichte aus den ersten Wörtern“, 2014; „Corniglias/Alpendohlen“, 2017; ein dritter Band, „Marchà nair cul Azur/Schwarzhandel mit dem Himmel“ ist in Vorbereitung). Zuletzt erschien ihr Roman „Ein Winter in Istanbul“, 2018. 

Foto: Franziska Barta

ANGELIKA OVERATH

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KAPITEL 6

UNORDNUNG

Barfuss stieg sie auf ihr Fahrrad, radelte der Landstrasse entlang, bis sie an einer Kreuzung abstieg. Sie war in die falsche Richtung gefahren, nicht nach Hause, sondern zum Haus ihrer Mutter, das noch immer leer stand. Sie hatte bisher keine Zeit gehabt, sich darum zu kümmern, ihr Bruder von London aus noch viel weniger. 

Auf dem heissen Teer schmerzten ihre Füsse, sie stieg wieder auf, fuhr weiter, jetzt, wo sie schon so nah war. Die Mutter hatte einen Schlüssel unter einem Stein abgelegt, damit sie immer Zutritt zu ihrem Zuhause habe, das hatte sie ihr noch im Pflegeheim wiederholt versichert. Er lag noch da. 

Es war alles unverändert, das flaschengrüne Sofa, nur der Garten verwildert, die Bäume trugen knorrige Äpfelchen, bis im Herbst würden daraus zwar aromatische, aber keine grossen, saftigen Früchte mehr werden; man hätte die Äste im Winter zurückschneiden und die jungen Äpfel kurz nach der Blust im Frühjahr ausdünnen müssen. 

Aber auf dem Küchentisch lag noch immer das Album. Das alte Album, daneben die Omo-Schachtel, ringsherum lagen Fotos, der Leim stand offen, vertrocknet, den warf Anna gleich in den Eimer. Mutter hatte ihr Geschenk zum 50. Geburtstag also von langer Hand geplant, noch bevor sie ins Pflegeheim gezogen war. Anna ging näher, fasste aber nichts an, als fürchte sie, man könnte sie später mittels ihres Fingerabdrucks überführen. Sie ging näher, schaute alles genau an, diese schwarzweissen Bilder, und dann sah sie diese roten Flecken. Fingerabdrücke. Kirsche musste das sein, oder Erdbeere, oder auch Zwetschge.

Anna holte Luft, entschieden hatte sie sich schon. Sie musste sich nur aufraffen. Dann stieg sie die Treppe hinunter, Stufe für Stufe, bis sie dort stand, wo genau über ihrem Kopf lange Jahre die Omo-Schachtel gelegen hatte. Dann stieg sie ganz in den Keller und machte das Licht an. 

Die Konfitüregläser standen in Reih und Glied, noch immer. Anna nahm ein Glas, drehte es in ihren Händen. Zehn Jahre alt waren diese verkochten Zwetschgen jetzt. Zehn Jahre alt waren auch die Drillinge ihres Bruders. Fünfzehn, zwanzig, dreissig, vierzig Jahre. Da war auch die Mutter noch eine junge Frau gewesen, die Flüssigkeit im Glas aber hat eine miese Farbe. Sie dreht sie in den Händen, «Sag was, Mutter», Anna lauscht. Dann nimmt sie ein anderes Glas, «Dann sprich eben du», sie stellt es nach vorne, das Jahr, in dem ihre Grossmutter achtzig Jahre alt wurde, steht nun neben dem Glas aus dem Jahr, als Anna ihr erstes Kind bekommen hatte. Glas um Glas nimmt sie hervor, stellt sie um, dreht sie alle auf den Kopf, Sommer um Sommer steigt in ihr auf, um hinter langen Wintern wieder zu versinken. 

Wenn sie beide gleichzeitig fünfzig Jahre alt wären, sie und ihre Mutter, sie probt, stellt die Gläser aufeinander, dann nebeneinander, dann stellt sie die Geburtsjahre der Kinder um Jahrzehnte zurück, hier, meine Mutter, da, mein Vater, «jetzt sag du auch einmal etwas dazu, zu Onkel Edo, über deine Verwandten aus Italien.» 

Anna hockt sich auf den Boden, nun stellt sie wieder ihre eigene Memory-Ordnung her, wie sie es schon als Kind mit den Ausschussfotos aus der Omo-Schachtel gemacht hatte, und wie es ihre Mutter mit dem Fotoalbum gemacht hatte. Als könnte man sein Leben mit der Hilfe von ein paar verschimmelten Konfitüregläsern neu schreiben, neu anordnen, Dinge verhindern, die guten Zeiten hervorholen. Aber die Sonnensüsse, die in den Früchten abgespeichert war, hatte sich längst in einen gärenden Trunk zersetzt. 

Glas um Glas, das sie wieder in das richtige Gestell, an seinen ordentlichen Platz auf diesem muffigen, abgestandenen Zeitstrahl zurückstellte, fügten sich auch ihre Erinnerungen wieder, zurück in eine sprachlose, aber stramme Ordnung.

Text: Tabea Steiner
Illustration: Rolf Bienentreu

TabeaSteiner_Foto by Yvonne Böhler

Tabea Steiner, Jahrgang 1981, ist auf einem Bauernhof in der Nähe des Bodensees aufgewachsen und hat Germanistik und Geschichte studiert. Sie hat das Thuner Literaturfestival initiiert, ist Mitorganisatorin des Berner Lesefestes Aprillen und Mitglied der Jury der Schweizer Literaturpreise. 2019 ist sie Stipendiatin am Literarischen Colloquium Berlin. Mit ihrem ersten Roman Balg wurde sie für den Schweizer Buchpreis nominiert. Tabea Steiner ist Mitglied der Autorinnengruppe RAUF und lebt in Zürich

Foto: Yvonne Böhler

TABEA STEINER

tabeasteiner.ch

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KAPITEL 7

ICH KANN NICHT LÄNGER WARTEN

Was treibt sie da! Spielt Kind, als wär die Mutter noch im Haus, allgegenwärtig, lobend, schimpfend, tobend. Verstrickt sich in Erinnerungen. Spielt das Kinderspiel mit Einmachgläsern, verschimmelt, vergoren, verloren. 

Sie löscht das Licht, eilt hinauf in die Küche. Die Omo-Schachtel. Mutter hat sie aufbewahrt, es war nicht anders zu erwarten. Anna kann nicht widerstehen, greift hinein, fischt wahllos Fotos aus dem Haufen. Das meiste unscharf, zu dunkel, zu hell. Aber unversehens hält sie dieses Bild in ihren Händen. Sie wusste, dass es existierte, Onkel Edo hatte es geknipst. Lenka und Anna unter dem Apfelbaum. Sie drückt das Foto an ihr Herz. Lenka, die Wilde, Lenka, die Sanfte. Sie kam nur zwei Sommer, dann durfte sie nicht mehr.

Ihr Vorsatz! Sie steckt das Bild ein, steigt auf das Rad, holt das Mutter-Album aus der Wohnung. Sie kommt sich vor wie eine Fremde, seit Gloria und Pablo ausgezogen sind. Mit dem falschen Geschenk fährt sie zurück zu Mutters Haus.

Sie muss sich überwinden, einzutreten, fröstelt unvermittelt in der Kälte, die sich über Jahre in den Mauern staute. Stille? Nein, jetzt hört sie dieses Raunen, dieses Tuscheln, in jedem Winkel, jeder Ritze lauert flüsternd die Vergangenheit. Sie steigt die ausgetretenen Stufen hoch, es zieht sie an den Ort, wo ihre Kindheit eingeschlossen ist. Der dunkle Flur, der alles hört, lässt ihre Schritte schneller werden. Hastig öffnet sie die Tür, Sonnenlicht ergiesst sich aus dem Raum. Puppen, Bilder, Kinderbücher, das Zimmer wie vor vierzig Jahren, als wäre sie nie ausgezogen, immer noch ein Kind. Ihr schaudert. Sie steht ans Fenster, blickt hinab in den verwilderten Garten. Der grosse Apfelbaum wie zweigeteilt. Wurde er vom Blitz getroffen? 

Sie wird sich von alldem trennen müssen. Ihr Bruder braucht jetzt keine Sommerresidenz. 

Sie steigt hinunter in die Küche, legt das Mutter-Album in die Omo-Schachtel und den Rest darauf, geht damit zur Feuerstelle, zu diesem traumhaft schönen Ort im Garten. Er liegt versteckt, vom Haus nicht einzusehen. Hier hat sie mit Lenka geraucht, mit Natalia Glühwein gebraut. Zu zweit auf der grossen Matratze. Vollmond auf nackter Haut. 

Sie löst die Fotos aus dem Album, schichtet sie zu einem Haufen, entfacht das Feuer, steht im Rauch, weicht rückwärts an die Mauer. Sie braucht zu lang, reisst ganze Seiten aus dem Einband, wirft sie in die Flammen, die Omo-Schachtel oben drauf. Nur das Bild mit ihr und Lenka bleibt davon verschont. 

Es lodert, knistert, stinkt und raucht, Anna flieht zum Apfelbaum, sieht zu, wie sich die verlogene Vergangenheit in Rauch kremiert, denkt an den Neuanfang. 

Den Schritt vom Rand zur Mitte. Sie wird die Familie verlassen, das gemeinsame Unternehmen ihrem Mann überlassen. Sie hat lang gezögert, das Gedicht zu senden, gestern hat sie sich getraut. Jetzt, Natalia, jetzt bin ich bereit! 

Komm her, komm her zu mir

Ich kann nicht länger warten

Dieses falsche Schattenleben

Hat uns nach und nach verzehrt

Jetzt will ich alles geben

Zu lange hab ich dich entbehrt



Denk an den Drang

An die Zeit, wo uns gelang

Der blanken Leere zu entfliehen

Liebe, Hoffnung, Trost zu schenken

In Augenblicken zu versinken

Nur uns zu spüren, uns zu denken

Der Glaube hat mich nie verlassen

Die Geschichte neu zu fassen

Zu einem Ring zu schmieden

Neu zu leben, neu zu lieben

Für mich sind keine Fragen mehr

Komm her, komm her zu mir


Text: David Weber
Illustration: Rolf Bienentreu

DavidWeber

David Weber – Architekt, Musiker, Autor – lebt und schreibt in Zug und Caccior (Bergell). Er studierte „Literarisches Schreiben“ an der Schule für Angewandte Linguistik in Zürich.

Im Knapp Verlag, Olten, sind erschienen:

  • „Kral“, Roman, im Frühjahr 2018 
  • „Reduit“, Roman, im Frühjahr 2019

DAVID WEBER

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zum Projekt

Verschiedene Autorinnen und Autoren schreiben gemeinsam eine fortlaufende Geschichte. Jede/jeder für sich ein Kapitel. Sie haben dazu jeweils 5 Tage Zeit. Eine Geschichtsstafette. Der Titel ist vorgegeben: RITROVATO. Ansonsten sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Bis jetzt schreiben nebst Romana Ganzoni: René Frauchiger, Tabea Steiner, David Weber, Monica Cantieni, Patrick Nussbaumer, Vincenzo Todisco, Seraina Kobler, Ruth Loosli, Angelika Overath, Sunil Mann, Lea Catrina und Daniel Badraun. Die Geschichten illustrieren wird Rolf Bienentreu, Poet und Arzt.